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Hautpflege bei Neurodermitis

Das atopische Ekzem, auch Neurodermitis genannt, ist eine häufige chronische Hauterkrankung, die einen rezidivierenden Verlauf zeigt und mit starkem Juckreiz einhergeht. Die Erkrankung kann in jedem Lebensalter auftreten, entwickelt sich aber meist bis zum 5. Lebensjahr. Ihr liegt eine vererbte genetische Veranlagung zugrunde, aber die Krankheitsschübe werden auch durch Faktoren wie Aeroallergene, Nahrungsmittelallergene, Zigarettenrauch, Schweißbildung, Hautreizung, Stress und Depressionen getriggert.

Beim atopischen Ekzem werden die Lipide (Fette) im unteren Teil der Hornschicht nicht regelrecht ausgebildet. Die ungenügende Anzahl an Lipiden führt zu einer Beeinträchtigung der Barrierefunktion und zu einem erhöhten Wasserverlust über die Hornschicht. Infolge des Wasserverlustes schrumpfen die Zellen der Hornschicht, und zwischen ihnen entstehen Lücken. Dies führt zu trockener Haut, die weder einen Wasserverlust noch das Eindringen von Irritantien und Allergenen) verhindern kann. Die Anwendung von Seife löst bei trockener Haut noch mehr Lipide aus der Haut und führt zu einer weiteren Beeinträchtigung der Barrierefunktion. Patienten mit Ekzemen reagieren noch empfindlicher auf Seifen und Detergentien als Hautgesunde, und auch ihre äußerlich erscheinungsfreien Hautareale zeigen eine erniedrigte Reizschwelle.

Das atopische Ekzem sollte medizinisch/ dermatologisch behandelt werden. Verschiedene topische (Salben, Cremes, Lotionen mit pharmazeutischen Wirkstoffen) und systemische (Tabletten, Kapseln) Therapiemöglichkeiten sind verfügbar.
Eine adäquate Hautreinigung und –pflege können Ekzemschübe verhindern oder abschwächen.

Hautreinigung
Es sollten rückfettende, milde Reinigungsmittel mit einem neutralen oder leicht sauren ph-Wert verwendet werden. Möglichst duftstoff- und emulgatorenfreie Badeöle sind zu empfehlen.
Seifen und Schaumbäder sollten gemieden werden. Die Wassertemperatur sollte nicht heiß, sondern mäßig warm sein, und es sollte nicht mehr als einmal täglich gebadet bzw. geduscht werden. Die Badezeit sollte 15 – 20 min. nicht überschreiten. Nach der Reinigung sollte die Haut nicht trocken geschrubbt, sondern mit einem weichen Handtuch trocken getupft werden. Gleich nach dem Bad sollte eine Hautpflege aufgetragen werden.

Haarwäsche
Ein mildes, möglichst duftstofffreies Shampoo ist zu empfehlen. Da Shampoos zu Hautreizung und Verschlimmerung von Ekzemen führen können, sollte die Haarwäsche über Kopf im Waschbecken oder in der Badewanne erfolgen, um einen Kontakt ekzematöser Körperstellen mit dem Shampoo zu vermeiden. Das Tragen von baumwollunterfütterten Gummihandschuhen bei der Haarwäsche schützt die Hände.

Hautpflege
Die Hautveränderungen beim atopischen Ekzem zeigen von trockenen, verdickten Plaques bis hin zu akuten nässenden, geröteten Läsionen klinisch eine große Bandbreite. Die Wahl des Hautpflegemittels hängt vom klinischen Bild und dem Ekzemstadium ab.

Hautpflege bei akuten Ekzemen (mit starker Rötung, Bläschenbildung oder Nässen):

  • Lotionen oder leichte Cremes (Öl-in-Wasser-Emulsionen) sollten bei akuten Hautveränderungen zur Anwendung kommen. Häufig werden pharmazeutische Wirkstoffe wie z.B. antimikrobielle Zusätze vom behandelnden Hautarzt in die Cremegrundlage gemischt, um eine Infektion zu verhindern.
  • Duftstofffreie Produkte mit einer geringen Zahl an Inhaltsstoffen verringern das Risiko einer Sensibilisierung (Allergieentwicklung) auf Kosmetika.
  • Die Pflegeprodukte sollten gekühlt werden, z.B. durch eine Aufbewahrung im Kühlschrank. Dies erhöht ihre Juckreiz-lindernde Wirkung.
  • Die Pflegeprodukte sollten mehrmals täglich angewendet werden, wann immer die Haut trocken erscheint oder juckt. Mindestens einmal täglich sollte der ganze Körper eingecremt werden.


Hautpflege bei chronischen, trockenen Hautveränderungen:

  • Hautpflegeprodukte auf Wasser-in-Öl-Basis (enthalten mehr Öl/ Fette als Wasser) werden aus den folgenden Gründen empfohlen:
    1) sie führen der Haut mehr Fette zu als Öl-in-Wasser-Emulsionen (enthalten mehr Wasser als Öle/ Fette)
    2) sie sorgen für eine bessere Hydratisierung (Anlagerung von Wasser-
    molekülen
    ) der Hornschicht als Ol-in-Wasser-Emulsionen
  • Wasserfreie Salben oder mit Lipiden (Fetten) angereicherte Wasser-in-Öl-Emulsionen sollten nur an sehr trockenen Hautarealen angewendet werden, da sie zu Okklusion und Schweißretention mit nachfolgendem Juckreiz führen.
    Verdickte und lichenifizierte (Areale mit vergröberter Hautfelderung) Areale sprechen am besten auf Salben und reichhaltige Wasser-in-Öl-Emulsionen an.
  • Wasser-in-Öl-Emulsionen mit wasserbindenden Inhaltsstoffen wie Harnstoff, Glyzerin oder Milchsäure sind aufgrund ihres hydratisierenden Effektes an der Hornschicht sehr zu empfehlen. Wenn jedoch Erosionen oder Einrisse der Haut vorliegen, ist bei harnstoffhaltigen Externa Vorsicht geboten, da Urea (Harnstoff) zu Brennen an offenen Hautarealen führt.
  • Duftstoff- und konservierungsmittelfreie Präparate mit einer geringen Zahl an Inhaltsstoffen verringern das Risiko einer Sensibilisierung (Allergieentwicklung) auf Kosmetika.
  • Die Pflegeprodukte sollten gekühlt werden, z.B. durch eine Aufbewahrung im Kühlschrank. Dies erhöht ihre Juckreiz-lindernde Wirkung.
  • Die Pflegeprodukte sollten mehrmals täglich angewendet werden, wann immer die Haut trocken erscheint oder juckt. Mindestens einmal täglich sollte der ganze Körper eingecremt werden.

Eine neue Linie duftstofffreier medizinischer Hautpflegeprodukte mit Urea (Harnstoff) und Milchsäure ist für trockene empfindliche Haut entwickelt worden (Dardia)



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